Life functions critical

Laila Auburger, Jonathan Baumgärtner, Felix Neumann

Life functions critical, Ausstellungsansicht, Felix Neumann, 2016

Life functions critical, Ausstellungsansicht, Felix Neumann, 2016

Life functions critical, Ausstellungsansicht, Felix Neumann, 2016

Life functions critical, Ausstellungsansicht, Felix Neumann, 2016

Life functions critical, Ausstellungsansicht, Felix Neumann, 2016

Life functions critical, Ausstellungsansicht, Felix Neumann, 2016

Samstag, 10. September 2016, 19 Uhr

11. September 2016 — 02. Oktober 2016

EröffnungAkademie Galerie Nürnberg


Die Anzeige „Life Functions Critical“ blinkt auf, wenn der Supercomputer HAL 9000 die Lebenserhaltenden Maßnahmen der im Kälteschlaf befindlichen Besatzung des ihm anvertrauten Raumschiffes abschaltet. Die folgenreiche Handlung des Supercomputers aus Stanley Kubricks 2001: Space Odyssey wird nur durch ein logisches Problem, einen Fehler im Detail ausgelöst und scheint doch sinnbildlich für die sich über das Leben erhebende Maschine. Während das Eintreten dieser technologischen Singularität noch immer verführend bedrohlich erscheint, lassen wissenschaftliche Betrachtungen zu physikalischen, raumdimensionalen Singularitäten, die Vorstellungen von Quantengravitation und Stringtheorie darauf schließen, dass das, was wir mit eigenen Augen sehen, immer weniger hinnehmbar ist – ein Gedanke der nicht nur zur Kritik unserer unscharfen Wahrnehmung geeignet scheint, sondern auch als Beschreibung gesellschaftlicher Zustände. Eingekapselt in eine scheinbar postmoderne Gegenwartsmembran, die in die Vergangenheit diffundiert, ist die Zukunft nicht sichtbar, weil Fortschritt die Grundidee und die Moderne ein Mindset ist, dass sich nicht ausgependelt hat, sondern beständig mitschwingt. Und doch stellen ihre uneingelösten Versprechen, ihre zivilisatorischen Brüche, ihre Diskontinuitäten und Dystopien scheinbar nicht nur unser Weltbild, sondern immer häufiger unsere Existenz in Frage. Die Antworten auf diese existentielle Bedrohung finden wir in den beruhigenden Lebenserhaltungssystemen von Ritualen und Regeln. 

Ein Lebenserhaltungssystem ist als Eihülle denkbar, eine zelluläre, geschlossene Kapsel, die die grundlegenden Vitalfunktionen aufrechterhält. Der Mensch benötigt hierzu Licht, Wärme, Luft beziehungsweise Sauerstoff, je nach Dauer der Lebenserhaltung außerdem Wasser und Nahrung.

Wird die Lebenserhaltung länger und komplexer, desto wahrscheinlicher ist sie auf zusätzliche Energie, Datenverarbeitung und künstliche Intelligenz und nicht zu letzt Interfaces, Steuer-und Bedienelemente angewiesen. Lebenserhaltung benötigt abgestimmte und ineinandergreifende Prozesse, optimiert, repetitiv, bestenfalls zirkulär. Übertragen in die paralytische Umgebung der komplexen späten Moderne, scheint zur Lebenserhaltung also ritualisierte Alltagsbewältigung durch angeeignete Deutungsstrukturen und Handlungsweisen nötig. Unsere unscharfe, momenthafte Wahrnehmung ist auf Hilfsmittel angewiesen, um greifbar zu sein, sich ein Bild zu machen, bedeutet an Vorangehendes assoziierend deuten, ein Bild zu machen, angelernte Abläufe adaptiv anzuwenden. Wenn die Lebenserhaltung jedoch länger andauern soll, ist es notwendig, die Prozesse des Alltags zu hinterfragen und umzugestalten. Kritik an den gedanklichen Untiefen der Barbarei der Vergangenheit ist dazu ebenso unerlässlich, wie das Aufbrechen ihrer in die Gegenwart hineinwirkenden Überreste. Die nicht endende Moderne erfordert entweder immer komplexere, progressive Abläufe oder zirkuläre, tautologische Prozesse. Die zweite Natur bleibt noch vielerorts eine Überprüfung auf ihre Willkür und Fetische hin schuldig. Um nach den Sternen zu greifen, reicht die Komplexität unserer Lebenserhaltungssysteme nicht aus. Die Vielfalt und Weite die dort wartet, erfordert präzise Lösungen, sie kann winzige Fehler zur Katastrophe wachsen lassen. Die Trübung der eigenen Wahrnehmung muss ausgeglichen werden, durch den objektiven Blickwinkel genauso wie durch die Sicht der Anderen. Es ist nicht das glanzvoll Blendende Licht der Zukunft, das Blendet, sondern die reflektierende Oberflächenstruktur der Gegenwart.

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