Klasseninterner Danner Wettbewerb zum Thema "Empfang(en)"

Auszeichnung für die AdBK-Student:innen Hannah Schiller, Sophie Lola Vorläufer und Markus Haas

Klasseninterner Dannerwettbewerb zum Thema Empfang(en), 1. Preis: Hannah Schiller

Klasseninterner Dannerwettbewerb zum Thema Empfang(en), 1. Preis: Hannah Schiller

Klasseninterner Dannerwettbewerb zum Thema Empfang(en), 2. Preis: Sophie Lola Vorläufer

Klasseninterner Dannerwettbewerb zum Thema Empfang(en), 2. Preis: Sophie Lola Vorläufer

Klasseninterner Dannerwettbewerb zum Thema Empfang(en), 2. Preis: Markus Haas

Klasseninterner Dannerwettbewerb zum Thema Empfang(en), 2. Preis: Markus Haas

Anlässlich des klasseninternen Danner Wettbewerbs 2022 haben sich Studierende der Klasse für Schmuck und Gerät mit dem Thema Empfang(en) auseinandergesetzt. 

Als Grundlage für die Auseinandersetzung dienten die Texte Women’s Creation (1975) von Elizabeth Fisher und The Carrier Bag Theory of Fiction (1986/88) von Ursula K. Le Guin.
Kerngedanke in Elizabeth Fishers Abhandlung ist der Korb, die Tasche als erstes kulturelles Gerät, welches sie - in den diversesten Erscheinungsformen und als Metapher - dem Weiblichen zuschreibt, im Gegensatz zur Waffe, welche wiederholt in der Geschichtsschreibung als Ursprungsgerät begriffen wurde.
Le Guin greift in ihrem Essay den Gedanken des Empfangen auf. Der Container wird von ihr als Objekt verstanden, das sowohl Vorstellungen an die Zukunft als auch Rückblicke in die Vergangenheit ermöglicht, weil es immer schon als solches fungierte: für das Aufbewahren, Weitergeben und Aufbereiten.


Die Jury, bestehend aus Merlin Klein, freischaffender Künstler, Dr. Simone Schimpf, Direktorin Neues Museum Nürnberg und Christoph Straube, freischaffender Künstler, war beeindruckt, wie intensiv und spezifisch die Studierenden sich mit dem Thema beschäftigt haben. Tatsächlich gab es sowohl Positionen, die sich auf die Ursprünge bezogen als auch Studierende, die in die Zukunft blickten. Alle wählten einen individuellen Zugriff und ein persönliches Narrativ. Die Entscheidung fiel der Jury angesichts des hohen Niveaus schwer. Sie entschied sich, einen ersten Preis und zwei zweite Preise zu vergeben. 

 

1. Preis: Hannah Schiller
Hannah Schiller überzeugte die Jury mit ihrem Echthaar-Fußabtreter. Aus vielen Büscheln Echthaar in unterschiedlichen Tönen webte sie in Handarbeit einen Miniaturteppich, der absichtlich an einen Fußabtreter in seinen Maßen aber auch in seiner Farbgebung erinnert. Bei der oberflächlichen Betrachtung erscheint der Teppich aus feinen Fäden gewebt zu sein. Erst das genaue Hinschauen und vor allem das Ertasten offenbaren die wahre Materialität.
Hannah hat sich auf Frauenhaare beschränkt und knüpft damit an die kulturell vielfältige Symbolik von weiblichem Haupthaar an (aktuell besonders eindrücklich bei den Protesten im Iran zu sehen). Das klassische „Empfangstextil“, das zum Abstreifen von schmutzigen Schuhen dient, steht im weitesten Sinne für die Demütigung von Frauen in sämtlichen gesellschaftlichen Systemen.

 

2. Preis: Sophie Lola Vorläufer
Sophie Lola Vorläufer griff die Idee des Empfangens auf eine spielerische und partizipative Weise auf. Aus Fallschirmseide nähte sie einen rot-blauen Kreis mit Griffen. Dieses Objekt wiederum war in einer großen Tragetasche, die ebenfalls aus den Resten des Fallschirms genäht wurde, verpackt. Mit diesem Container wanderte Sophie auf die Wiese und ließ die ganze Klasse samt Jury an ihrer Aktionskunst teilhaben. Die Gruppe musste sich einschwingen, um die Plane in einem gleichmäßigen Rhythmus zu bewegen. Es war das Erleben einer einfachen Handlung, die trotzdem eine Abstimmung der Gruppe benötigte. Gemeinschaft basiert auf Rollenzuweisungen und Traditionen, die sich in gemeinsamen Handlungen ausdrücken. Mit diesem klaren Konzept überzeugte Sophie die Jury.

 

2. Preis: Markus Haas
Markus Haas baut eine Art transparentes Schubladenelement, in dem keine klassischen Schubfächer ausgezogen werden, sondern Rahmen, die mit dünnem, transparentem Netz bespannt sind. Die Rahmen unterscheiden sich in ihrer Größe und können flexibel in die verschiedene Schübe eingebracht werden. Das Möbel erinnert an einen Archivschrank, in dem besondere Objekte „empfangen“ werden können. Durch die unterschiedliche Nutzung der Rahmenelemente kommt es zu Überschneidungen, Durchblicken und Kreuzungen, die das einzelne Objekt in direkten Dialog zu anderen stellt. Aber auch leer wird dieses Möbel zu einer veränderbaren Skulptur, die das Licht immer wieder anders durchlässt und empfängt.

Published: 11/21/2022

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