Prof. Susanne Kühn

in der Galerie für Gegenwartskunst, Freiburg

Susanne Kühn, aus der Serie: Her name is Amygdala Vertigo, 2022, Acryl auf Leinwand, 200 x 320 cm 

Am Donnerstag, den 15. September eröffnet Prof. Susanne Kühn ihre Einzelpräsentation PROFLIFERATION – VASA, AUGINELLA & OTHER SPROUTS in der Galerie für Gegenwartskunst in Freiburg. Anlässlich der Vernissage findet die Performance außen wummerts ganz schön von Hannah Schwab und Theresa Hartmann statt, die beide in der Klasse für Freie Malerei von Prof. Susanne Kühn an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg studieren. 
 
In ihrer Ausstellung untersucht Susanne Kühn das Potential von virtueller Realität für neue Formen des bildlichen Denkens. Dabei unterzieht sie Menschen- und Pflanzendarstellungen sowie ihre biologischen Strukturen wie Zellen oder Flagellen einer Neuerfindung. Organische Formen können technoide Strukturen annehmen oder wachsen zu menschenähnlichen Wesen heran.
Virtuelle Realität (VR) sind dreidimensionale, echt erscheinende Welten, die durch spezielle Software in Echtzeit erzeugt werden. Während sich Computerspiel-Ästhetiken, als Anwendungsbereich von VR, um Plausibilität und Wirklichkeitstreue bemühen, nutzt Kühn Abweichung, Inkongruenz oder Verzerrung um phantastisch wuchernde Universen zu erschaffen. Durch das generative Prinzip von VR sind Kühns Bilderfindungen keine Grenzen gesetzt.
Kühns Bildwelten des Natürlichen zeichnen sich durch überbordendes vitales Wachstum aus. Eingrenzende Prinzipien wie Architektur werden zurückgedrängt. In den ersten Naturdarstellungen der westlichen Kunstgeschichte, etwa in Konrad Witz Tafelbildern, erscheinen Pflanzen und Blumen klein. Weil Natur als Gefährdung der göttlichen Ordnung galt, durfte sie nur kontrolliert und marginal dargestellt werden. Kühn, die in Zeiten des Post-Feminismus und des Post-Anthropozäns malt, hat Scheuklappen dieser Art längst abgelegt. Mit selbstbewusster Malerinnen-Lust setzt sie das Potenzial von VR für die visuelle Neuerfindung des Natürlichen in Szene.
Erstmalig werden in dieser Ausstellung Kühns Keramiken gezeigt. Als skulpturale Gewächse erweitern sie den Bildraum ihrer jüngsten Gemälde in den Realraum. Eine Diaprojektion mit Fotografien zeigt die Modelle, die ihre Bilder bevölkern. Im Kern ist Kühns Malerei einer präzisen handwerklichen Ausführung verpflichtet, die es ihr ermöglicht, unterschiedlichste malerische Sprachen zu vernetzen.
 
Susanne Kühn ist eine Malerin der Gegenwart und arbeitet mit einem erweiterten Malereibegriff. 2015 wurde sie als Professorin für Malerei an die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg berufen. Nach Jahren in New York und Boston lebt und arbeitet sie heute in Freiburg und Nürnberg.

Kühn zeigte unter anderem Einzelausstellungen in der Gemäldegalerie der Akademie der Bildenden Künste Wien; dem Kunstmuseum Celle; dem Museum für Neue Kunst Freiburg, im Haus der Graphischen Sammlung des Augustinermuseums Freiburg; im OMI International Arts Center, Ghent, USA; bei Beck & Eggeling International Fine Art, Düsseldorf und Wien; in der Sala Uno, Contemporary Arts Center Rom; bei Haunch of Venison London, UK; im Harvard Radcliffe Institute, Cambridge, USA; bei Robert Goff Gallery New York, USA; im Museum of Contemporary Art Denver, USA; im Kunstverein Freiburg; bei Bill Maynes Gallery, New York, USA. Kühn nahm an zahlreichen Gruppenausstellungen teil.

 

 

SUSANNE KÜHN | PROFLIFERATION – VASA, AUGINELLA & OTHER SPROUTS
15.9. – 6.11.2022
Eröffnung mit Performance von Hannah Schwab und Theresa Hartmann am Donnerstag, 15. September 2022, 19 – 22 Uhr
Galerie für Gegenwartskunst, E-WERK, Freiburg i. Br. / Germany

Published: 08/04/2022

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