Stipendium für Katharina Steinkohl

Studienstiftung des deutschen Volkes fördert AdBK-Studentin

Katharina Steinkohl, Durch dich bin ich, 2019, Audio/ Tagebücher/ Postkarten

Katharina Steinkohl, relief through knot - object of memory, 2018/2020, Knoten mit Naturbast und Kleidung

Katharina Steinkohl, Und dann?, 2019, Kunsthartz, 3D – Druck

Die Studienstiftung des deutschen Volkes vergibt Stipendien an junge Menschen mit hoher künstlerischer Begabung, die aus eigenem Antrieb heraus Ideen entwickeln und umsetzen. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten neben der finanziellen Unterstützung ideelle Förderung in Form von vielfältigen Programmen wie unter anderem Künstlertagungen, Sommerakademien oder Studienfahrten zur Biennale.

 

Für die Dauer ihrer Studienzeit hat nun Katharina Steinkohl, die in der Klasse für Schmuck und Gerät von Prof. Suska Mackert studiert, eine Förderzusage erhalten.

 

Ihre Arbeiten beziehen sich meist auf unsere Identität als Persönlichkeiten, den menschlichen Körper, auf eine Körperlichkeit – deren existenzielle Bedeutung innerhalb unserer heutigen Welt, immer fragiler zu werden scheint.

In ihrer konzeptionellen wie auch körperlichen Arbeit Durch dich bin ich konzentriert sich Katharina Steinkohl auf das Thema Körperlichkeit und setzt sich zudem mit dem eigenen Körpergefühl auseinander. Persönliche Erfahrungen, unterschiedliche Medien, aber vor allem Menschen in unserer Umgebunghaben nehmen Einfluss auf das eigene Körperempfinden. Um das zu verstehen hat sie Briefe an ihr nahestehende Personen mit der Frage verschickt „Wenn du deinem Körper etwas sagen könntest, was wäre es?“. In Tagebüchern hält sie den Moment und ihre Reaktion auf die ihr zugesandten Antworten fest. Ergänzt wird die Arbeit um eine auditive Ebene, indem Katharina Steinkohl eine Auswahl der entstandenen Einträge laut vorliest, sowie um Postkarten, die von den Rezipienten als Geschenk mitgenommen werden könnnen und dazu dienen, zu Hause über eine mögliche Antwort nachzudenken.


Anlass für ihre Arbeit relief through knot - object of memory gab das Durchforsten ihres eigenen Kleiderschrankes. Kleider, die von der Studentin zwar nicht mehr getragen wurden, aber auf Grund eines ideelen Wertes auch nicht weggegeben werden konnten, hat sie in Streifen geschnitten, aneinander genäht und verkonetet. Entstanden ist ein Objekt, das mit jedem weiteren Knoten an Volumen, Fläche und Gewicht gewinnt, solange hierfür Material existiert. Dem Gewicht kommt hierbei eine gesonderte Rolle zu, da es symbolisch für das bedrückende Gefühl der Masse von ungenutzter Kleidung steht.


Mit jedem Knoten den meine Hände machen, mit jeden mal Schlaufe legen, durchziehen, festziehen und wieder von vorne, fange ich an mich durch diese konitnuierliche Bewegung zu befreien. Mit jedem Zu ziehen wird es in mir leichter.

 

Published: 10/26/2020

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