Johannes Paul Raether

Artistic Practice in the Public Space

Kartierungen künstlerischer Handlungen – Multiplikation von Öffentlichkeiten

 

Im Kontext sich verschärfender Krisen in der politischen Arena und sich finanzialisierender Weltökonomie stellt sich die Frage des öffentlichen Raumes heute wieder grundsätzlich neu. In unserer sich globalisierenden und digitalisierenden Öffentlichkeit geraten kulturelle Kategorien, scheinbare Selbstverständlichkeiten auf denen das künstlerische Handeln im öffentlichen Raum in Europa seit der Moderne aufbaute – Meinungs- und Kunstfreiheit, Autonomie, aber auch öffentliche Förderung – zunehmend ins Wanken. Die Öffentlichkeit wird in populistischen und paranoischen Sicherheitsdiskursen zu einem scheinbar ständig ebenso gefährdeten wie gefährlichen Ort.
 
Gleichzeitig ist das menschliche Handeln in einer globalen Warenwirtschaft, die die Ressourcen des Planeten und aller seiner Bewohnerinnen verausgabt, und sie gleichzeitig medial und informationell dauervernetzt selbst zum unausweichlichen Gegenstand von Debatten um die fundamentale Funktion von Kultur und Kunst geworden. 
In diesem Sinne gab und gibt es für künstlerische Produktion keinen utopischen Ort. Und doch, oder gerade deshalb, gilt es die Handlungsoptionen, Vergegenständlichungen und Eingriffsmöglichkeiten des öffentlich Künstlerischen aufs genaueste auszuloten. 

 

Die Werte und Vorstellungen, die das Eigene und spezifische Handeln in einer Multiplikation von Öffentlichkeiten bestimmen, müssen damit immer eine wieder und wieder neu zu stellende Frage werden. Digitalisierung und Globalisierung sind in diesem Sinne als die konkrete Infragestellungen unserer Gewohnheiten und Lebensweisen zu sehen. Sie sind als Herausforderungen anzunehmen, die ein Zurück zum „Früheren“ und „Lokaleren“ nicht einfach verstellen, sondern dieses selbst grundlegend verändern. Die Frage wie sich unser Handeln in diese Zusammenhänge einschreiben sollte, steht im Zentrum einer Serie von Mentoring Gesprächen, die als hochschulübergreifendes Lehrangebot parallel zur Konstruktion des neuen Masterstudiengangs zum „Künstlerischen Handeln im öffentlichen Raum“ angeboten werden.  

 

Die Mentoring Gespräche sind als künstlerischer Austausch anhand von Arbeiten der Studierenden zum einen, aber auch als Kartierung des oben aufgespannten Feldes in seinen konkreten Bezügen auf den Campus und damit als Input in die Konzeption des Masters zu verstehen. Diese Formatierung ist Ausdruck der neuen grundlegenden Ausrichtung des Studienprogrammes, das darauf abzielen wird, die Komplexität der zeitgenössischen Öffentlichkeiten im Spannungsfeld zwischen konkreten und lokalen Begebenheiten und den mit ihnen verwobenen, entfernten und abstrakten Zusammenhängen zu diskutieren.

Die Gespräche dauern grundsätzlich 1 Stunde und finden im Einzelgespräch mit Prof. J.P. Raether nach Vereinbarung statt. In Einzelfällen und nach Absprache können längere Gespräche verabredet werden. Zugelassen sind Studierende aller Studiengänge, die sich im Hauptstudium (ab dem 5. Semester) befinden. 

 

Bitte melden Sie ihr Interesse mit einer E-Mail an raether@adbk-nuernberg.de an. Beschreiben Sie bitte Ihren bisherigen Studienverlauf an der AdBK und Ihr Interesse an den oben beschriebenen Fragestellungen. Bitte stellen Sie im Text dar, ob ein Treffen an Ihrem eigenen Arbeitsplatz an der Akademie sinnvoll wäre. 
Sollte es mehr Anmeldungen als time-slots geben werden Besprechungen nach der Dringlichkeit des Anliegens gestaffelt. Ansonsten gilt "first come, first served". Arbeitsproben sind nicht zwingend notwendig, aber hilfreich im Falle einer Auswahl. Der „erweiterte Klassenschein“ nach der neuen Studienordnung kann in Absprache mit den Klassenprofessor*innen ausgestellt werden.  

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Artistic Classes

first cycle programmes

Das Studium an der AdBK Nürnberg ist im Klassenverband organisiert, der alle Studierende unabhängig ihrer bereits absolvierten Semester eint. Die durchlässigen Klassenstrukturen ermöglichen den Studierenden im Rahmen der Lehre eine freie und selbstständige Entwicklung. Im offenen Diskurs werden die geschaffenen Werke der Studierenden zu regelmäßig stattfindenden Klassentreffen besprochen und diskutiert.
 

Die Fachrichtungen an der AdBK Nürnberg gliedern sich im Bereich der Bildenden Kunst mit Schwerpunkt Freie Kunst in zehn künstlerischen Klassen, die von einem Professor / einer Professorin geleitet werden.

Das Studium der Bildenden Kunst mit Schwerpunkt Schmuck und Gerät bzw. Grafik-Design / Kommunikationsdesign ist in jeweils einer Klasse möglich. Das Lehramtsstudium Kunst am Gymnasium kann in allen freien Klassen absolviert werden.

 

Mit dem postgradualen Studiengang „Künstlerisches Handeln im öffentlichen Raum“ bietet die AdBK Nürnberg eine weiterführende Ausbildung an, die sich an Interessenten mit einem bereits abgeschlossenem Studium richtet.

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