DAF-Performances

im Rahmen von Technobodies, München

https://www.lenbachhaus.de

DAF IN DER ROTEN SONNE

Performance im Rahmen von "Technobodies"
Do, 28. Juli 2022, 20–00 Uhr in der Roten Sonne, Maximiliansplatz 5, 80333 München
12 € + VVK Gebühr / Abendkasse 15 €

 

Die Dynamische Akustische Forschung (DAF), ein Kollektiv, das sich aus den Soundklassen des Mouse on Mars-Mitglieds Jan St. Werner an den Kunstakademien Nürnberg und München gebildet hat und sich mit Sound-Art und dem breiten Spektrum akustischer Wahrnehmung beschäftigt, wird die Rote Sonne für eine Nacht mit Soundexperimenten, DJ-Sets und Live-Auftritten bespielen. 
Der Abend läutet das Performance-Wochenende "Technobodies" ein, das als Kooperation zwischen den Museen Lenbachhaus, Brandhorst und Haus der Kunst vom 29. bis 31. Juli stattfindet.
Die DAF hat bereits bei der Eröffnung der Lenbachhaus-Ausstellung "Spatial Jitter" von Mouse on Mars das Eröffnungsprogramm gestaltet.

Als Projektklasse wurde DAF vom Sommersemester 2015 bis zum Wintersemester 2020/21 von Jan St. Werner an der AdBK Nürnberg geleitet. 

 

Performances / Algorave / DJ Sets von:
Anouk Albrecht, Jonas Till Hoffmann aka escadm, Marlon Möltgen, Léa Manoussakis aka Veronika USA, Silja Beck aka Sahisilja, Alexandru Salariu aka N’Dru, Anna Schübel, Andi Toma & Hani Mojtahedy, Paul Wick aka DJ Cagamano, Julia Liedel und Kirsche von Bubach

 



MOUSE ON MARS: "RDD – ROBODYNAMIC DIFFUSION"
Performance im Rahmen von "Technobodies"
, einem Veranstaltungswochenende vom 29. bis 31. Juli organisiert von Lenbachhaus, Museum Brandhorst und Haus der Kunst.

Fr, 29. Juli 2022, 19–20 Uhr

 

Das Publikum bewegt sich frei im Kunstbau, während ein mobiler Lautsprecher-Roboter Klänge in den Raum sendet. Der Lautsprecher wurde speziell angefertigt und erzeugt einen punktuell gerichteten Schallstrahl, der sich mit dem Raumhall verbindet. Es scheint, als würde der Schall von unsichtbaren, sich bewegenden Quellen im Raum ausgestrahlt oder von Wänden, Boden oder Decke selbst stammen. Obwohl wir rational die Schallquelle mit der Position des Roboters in Verbindung bringen, eröffnen seine Klangprojektionen die Möglichkeit, das gesamte Raumvolumen zu beschallen.
Robodynamic Diffusion (RDD) ist ein Projekt von Michael Akstaller, Nele Jäger, Oliver Mayer und Jan St. Werner, gefördert von der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden und LEONARDO – Zentrum für Kreativität und Innovation Nürnberg.

 

"Technobodies" legt den Fokus auf den Einfluss neuer Technologien auf die bildende Kunst und Musik. Ausgehend von Diskursen der 1960er- und 1970er-Jahre, untersucht Technobodies die heutigen Beziehungen menschlicher Körper zu Technologie(n). Welche Auswirkungen hat Technologie auf die Hybridisierung von Körpern? Wie reagieren unsere Körper auf die Bewegung analoger und digitaler Sounds im Raum? Können wir die erweiterten medialen Umwelten durch eine ökologische Linse betrachten? In welchem Maß wird menschliche Kreativität von Informationsarchitekturen beeinflusst? Ist es überhaupt möglich, klare Grenzen zwischen Technologien und Körpern zu ziehen? Diese und weitere Fragen werden über drei Tage hinweg in Vorträgen, Gesprächen, Screenings, Performances und weiteren Veranstaltungen adressiert.

 

Rahmenprogramm:

Fujiko Nakaya. Multiverse
Symposium
Sa, 30. Juli ab 10.30 Uhr
Haus der Kunst

 

Becoming Technology
Talks, Performances, Workshops und Musik
So, 31. Juli ab 10 Uhr
Museum Brandhorst

 

Lenbachhaus
Mouse on Mars. Spatial Jitter
9. April bis 18. September 2022

 

Museum Brandhorst
Future Bodies from a Recent Past – Skulptur, Technologie, Körper seit den 1950er-Jahren
2. Juni 2022 bis 15. Februar 2023

 

 


 

MOUSE ON MARS : Spatial Jitter

 

Mouse on Mars ist eines der eigenwilligsten und bemerkenswertesten Projekte für elektronische Musik aus Deutschland. Mit ihrer anarchischen Klangmischung, die zwischen unkontrolliertem Chaos und präzise arrangierten Strukturen oszilliert, haben Andi Toma und Jan St. Werner eine unverwechselbare Musiksprache geschaffen, die sich nicht auf eine definitive Form festlegen lässt – zu unvorhersehbar sind die unzähligen Modifikationen, die sie kontinuierlich vornehmen. Unabhängig von Denkschulen, Genre-Konventionen und den Zwängen des Musik-Establishments zeichnen sie ihre sehr spezifische Flugbahn durch das Niemandsland zwischen Pop, Kunst, Club und Avantgarde.

 

Mouse on Mars bespielen den Kunstbau über mehrere Monate mit einer Sound-Installation. Sie entwickeln dafür eine ortsspezifische Komposition, die mit dem Ausstellungsraum arbeitet und auf ihn reagiert. Der Kunstbau wird in ein riesiges Raumklanginstrument verwandelt und selbst zum Resonanzkörper.

Ein Sound wird von einem rotierbaren Hornlautsprecher wie eine Flipperkugel in den 100 Meter langen Kunstbau katapultiert, bricht sich an dessen Säulen, verkantet sich, erzeugt Splitter, wird wieder aufgefangen und verglüht. Nach und nach werden immer neue Klänge auf diese Weise durch den Raum geschickt und moduliert. Von Robotern gesteuerte Perkussionsapparate konterkarieren die Bewegungen mit analog-akustischen Akzenten.

Sequenzen unterschiedlicher Länge werden kontinuierlich neu angeordnet, so dass keine wiederkehrende Abfolge entsteht. Das Publikum erlebt eine räumlich dynamisierte Komposition. Der Raum und die Klänge, die aus ihm heraus generiert wurden, treffen und reagieren aufeinander und treten in einen akustischen Dialog. Eine eigene Lichtregie ist mit der Musik koordiniert, unterstützt die Klangbewegungen und ersetzt sie teilweise.

Das Publikum soll durch die Installation zu einem aktiven Hören herausgefordert werden, bei dem allein die Grenzen der Aufmerksamkeit die Grenzen des akustisch Möglichen bestimmen. Mouse on Mars möchten durch gezielte Perspektivwechsel die Erkenntnis herausarbeiten, dass es bei "Spatial Jitter" nicht um die eine gültige Komposition geht, sondern dass alle Hörer*innen eigene "Spatial-Kompostruktionen" produzieren.

Mouse on Mars entwickeln ihre Praxis seit 25 Jahren kontinuierlich durch neue Fragestellungen weiter. Diese "Spatial-Kompostruktion" ist Teil ihrer aktuellen akustischen Forschung. Sie untersuchen sowohl die Bewegung von Klängen in Raum und Zeit als auch Fragen psychoakustischer Wahrnehmung und Erfahrung von Klängen: Wie definiert man Hören? Wie verarbeiten wir akustische Information? Wie reagieren unsere Körper auf die physikalischen Bewegungen von Klang im Raum? Wie aufmerksam können wir den Prozess des Hörens selbst verfolgen? Und in welchen weiteren Beziehungen stehen wir zu unserer akustischen Umgebung?

 

www.lenbachhaus.de

Veröffentlicht: 25.07.2022

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