Pipeline Prinzipien

Institut für moderne Kunst & kunstbunker - Forum für zeitgenössische Kunst

Pipeline Prinzipien, Gruppenausstellung im kunstbunker Nürnberg & Atelier- und Galeriehaus Defet, 2021

»Die Gruppenausstellung Pipeline Prinzipien ist eine freie kuratorische Arbeit von Rusa Mørke und mir. Für das Programm des Instituts für moderne Kunst konzipierten wir eine Ausstellung, deren inhaltliche Ursprünge in unseren Lebensumständen liegen. In der Zusammenarbeit zwischen uns zwei Künstlerinnen stellte sich schnell die Frage nach der Legitimation unserer gemeinsamen kuratorischen Arbeit sowie dem örtlichen Kontext (Räumlichkeiten des Instituts für moderne Kunst und des kunstbunkers Nürnberg). Wir möchten uns Zusammenhänge, Abhängigkeiten und Beziehungsverhältnisse genauer ansehen, zwischen uns, und, gröber gedacht – zwischen jeglichen Entitäten.« (Evelyn Kliesch)


Die Ausstellung Pipeline Prinzipien thematisiert globalisierte Wirtschaftskreisläufe und damit verbundene Produktionsbedingungen, sie reflektiert international verflochtene Produktionsprozesse, globale Zirkulations- und Distributionstechnologien, wie sie sich am Beispiel der Pipeline manifestieren. Pipelines sind sichtbarer Teil von Wirtschaftskreisläufen, die sowohl notwendige Verbindungen als auch materielle und politische Abhängigkeiten und Hierarchien generieren.


»Es gibt unterschiedliche entwicklungspolitische Theorien. Eine davon ist die sogenannte Dependenztheorie. In dieser Theorie wird die Weltwirtschaft auf zwei Hierarchie-Ebenen reduziert: hoch entwickelte Industriezentren, die Industriegüter anbieten, und unterentwickelte Peripherien, die als bloße Lieferanten für fossile Rohstoffe dienen. Eine andere, die Weltsystemtheorie, unterteilt die Welt in drei Zonen: Zentrum, Peripherie und Semiperipherie. (...) Die Modernisierungstheorie versteht hingegen die gesellschaftliche Entwicklung als einen nahezu natürlichen endogenen genetischen Code des Menschen.« (Rusa Mørke) Am Beispiel Georgiens zeigt sich, dass dieses Land durch den Bau der BTC-Pipeline zum Transitland um- funktioniert wurde und der Kaukasus »als bloßes Objekt militärischer Kontrolle durch die Großmächte gesehen und ausgenutzt« wird. (Rusa Mørke)


Für das Projekt Pipeline Prinzipien haben Evelyn Kliesch und Rusa Mørke exemplarische Positionen ausgewählt, die sich – aus verschiedenen Blickwinkeln und unterschiedlich akzentuiert – mit der infrastrukturellen, politischen und gesellschaftlichen Komplexität der Zirkulation von Rohstoffen, Energie und Material beschäftigen. Etwa in der Videoarbeit Scenes from Trial and Error (2020) von Tekla Aslanishvili, bei der die georgische Künstlerin die Entstehung einer Smart City in Anaklia, einem kleinen Fischerort
am Schwarzen Meer, dokumentierend begleitet. Katharina Kellers siberian brutalism (seit 2018) wiederum thematisiert ornamentale Formen, welche die Künstlerin in ihrer Geburtsstadt Omsk (Sibirien) gefunden hat. Bei diesen in Beton gegossenen und mit Benzin-Duftstoff benetzten Skulpturen steht die verspielte Formensprache der Ornamente in krassem Gegensatz zum beißenden Benzingestank, den sie verströmen. Auch der Film The Invisible Hand of my Father (2018) des georgischen Filmemachers Giorgi Gago Gagoshidze thematisiert am Beispiel seines Vaters kafkaeske bürokratische Hürdenläufe, die es benötigt, um nach dem Verlust der rechten Hand durch einen Arbeitsunfall eine Invalidenrente zu erhalten. Die Hand symbolisiert die soziale und wirtschaftliche Sicherheit, die der Vater der Familie bieten konnte.


Am Ende stellen sich viele Fragen: Inwieweit ist auch die Kunst globalisierten Arbeitsbedingungen unterworfen? Welche Verbindungen kann sie schaffen und von welchen Abhängigkeiten muss sie sich lösen? In welche Hierarchien und Abhängigkeiten sind wir selbst eingebettet und wie können wir das eigene Leben und Arbeiten achtsamer, kritischer und nachhaltiger gestalten? Welche Rolle wollen wir selbst spielen im großen globalen Kreislauf, in welche Richtung wollen wir gehen? 

 

Die Zusammenstellung von Werken der Künstler*innen Tekla Aslanishvili, Sophia Eisenhut, Giorgi Gago Gagoshidze, Katharina Keller, Georg Kliesch, Ghislaine Leung, Klara Lidén, Alina Manukyan, Charlotte Posenenske, Gili Tal und Ed Ruscha möchte das Gefüge von künstlerischer Produktion, Technik und Material innerhalb unserer globalisierten Welt mit ihren Arbeitsbedingungen untersuchen.

 

Die Ausstellung wird kuratiert von der AdBK-Studentin Evelyn Kliesch und Rusa Mørke.

 

 

Eröffnung: Samstag, 18. September 2021
Institut für moderne Kunst im Atelier- und Galeriehaus Defet, 14 bis 18 Uhr
kunstbunker – forum für zeitgenössische kunst, 14 bis 20 Uhr 

 

Institut für moderne Kunst im Atelier- und Galeriehaus Defet, 19. September bis 7. November 2021
kunstbunker – forum für zeitgenössische kunst, 19. September bis 17. Oktober 2021
 

Veröffentlicht: 31.08.2021

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