Alisa Kossak ist Teil der Gruppenausstellung Strecke deine Wörter oder Hände langsam aus, die noch bis zum 9. Oktober im KV Leipzig zu sehen ist. Alisa Kossak ist seit 2024 künstlerische Mitarbeiterin für Projektkoordination und Transfer an der AdBK Nürnberg.
Es gibt diese Schwelle zwischen uns und der Außenwelt – ein Bereich, aus dem uns Sinneseindrücke erreichen und in den wir senden. Selbst wenn wir uns alle durch denselben Eingang bewegen, kommen wir in unterschiedlichen Räumen an. In einigen treffen wir uns wieder, in anderen bleiben wir allein. Was tun? Sich gegenseitig etwas zeigen. Aber wie? Wie beschreibt man eine Textur? Eine Farbe? Ein Geräusch? Oder einen Geruch? 13 Künstler*innen setzen sich in dieser Ausstellung auf inhaltlicher und materieller Ebene mit verschiedenen Formen von Wahrnehmung auseinander. Sie alle erinnern uns daran, dass es unsere Körper sind, mit denen wir die Welt erleben. Und, dass dieses Erleben sehr unterschiedlich sein kann. Versuche der Übersetzung, ob durch Audiodeskription, ein Vokabular taktiler Beschreibungen oder Untertitel, können nie eine exakte Übertragung liefern. Aber es sind gerade diese brüchigen Übersetzungen, die eindeutige Lesarten destabilisieren und die Normierung und Hierarchisierung unserer Sinne hinterfragen. Sinneseindrücke können tief vergrabene Erinnerungen wachrufen, die an Ungeahntem haften: an den persönlichen Gegenständen einer geliebten, verstorbenen Person, an unvorstellbaren Wesen, die uns im Traum begegnen, in den Furchen schimmernder Oberflächen oder am Geruch der eigenen Haare. Aber wohin mit den Erinnerungen und Empfindungen, die wir eigentlich loswerden wollen? Wie belastende Erlebnisse überwinden und das Schmerzgedächtnis zum Schweigen bringen? Wären wir Seesterne, könnten wir verletzte Gliedmaßen einfach abwerfen und uns neue wachsen lassen. Strecke deine Wörter oder Hände langsam aus ist eine Einladung an Besuchende, die Ausstellung durch Anfassen, Riechen, Anhören und Anschauen zu erkunden. Die Formulierung stammt aus Iz Paehrs Tast- und Handbuch für taktile Beschreibungen, das Bestandteil der Ausstellung und Grundlage eines Workshops ist. Eine Installation von Paula Gehrmann bietet einen Treffpunkt für diesen und weitere Workshops, in denen ausgehend von den sensorischen Qualitäten unterschiedlicher Materialien künstlerisch, spielerisch und kollaborativ verschiedene Beiträge entwickelt werden. Als Teil des Vermittlungsprogramms und unter dem Titel “Bilder im Kopf” bieten Sebastian Schulze und Juliane Wenzl Führungen für blinde, sehbehinderte und sehende Besuchende an. Darüber hinaus findet eine Führung mit einer Dolmetscherin für Deutsche Gebärdensprache statt.
Alisa Kossak & Sarah Veith in Zusammenarbeit mit the Other Gods, Dirk Sorge & Jovana Komnenić, Hooria Sanei, Iz Paehr, Jana Maria Dohmann, Jo Bannon, Paula Gehrmann, Sophie Hoyle, Theresa Rothe, Tina Mamczur, Verena Schöttmer.
Strecke deine Wörter oder Hände langsam aus
KV Leipzig
bis 9. Oktober
Öffnungszeiten: Mi, Fr, So 14-18 Uhr
Veröffentlicht: 21.08.2026


















