Kunsttheorie und -vermittlung

Prof. Dr. Kerstin Stakemeier

 
Seit dem Aufkommen der heute zu einer global agierenden Industrie ausgewachsenen Gegenwartskunst in den 1960er Jahren, wurde auch die Kunsttheorie mehr und mehr zu einem alleinstehenden, von der Kunstgeschichte mehr und mehr abgelösten Arbeitsfeld. Es entwickelten sich Selbsthistorisierungen des Feldes, eigene Jargons und Kanonisierungsformen. Mit der immer deutlicheren Infragestellung der künstlerischen Sphäre als einer grundlegend von anderen populären ästhetischen Formen unterschiedenen Praxis veränderte sich im seit Ende der 2010er Jahre auch die Kunsttheorie maßgeblich. Zumindest gewann ein fortgesetzter Streit um die Autonomien und Heteronomien des Feldes mehr und mehr an Gestalt. 

Um den Wertungen und Kategorisierungen dieser Diskurse nicht passiv gegenüber zu stehen, wurde es nicht zuletzt für Künstler*innen seit den 1960ern immer dringlicher die eigene Arbeit nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch behaupten zu können. Mehr noch, die Kunsttheorie veränderte sich durch die fortgesetzten Interventionen von Künstler*innen in sie, durch künstlerische Formate theoretischen Schreibens aus der Kunst immer wieder maßgeblich. Waren Diskussionen, Korrespondenzen, Manifeste und andere Schriftformen immer schon zentrale Bestandteile künstlerischer Produktionen, so machte das Aufkommen der Kunsttheorie als eigener Disziplin für Künstler*innen einen veränderten Einsatz notwendig: kunsttheoretisches Schreiben von Künstler*innen bedeutet nicht nur die Möglichkeit die Deutung der Arbeiten immer auch selbst mit zu setzen, sondern auch die eigenen Arbeitsweisen durch diese Praxis zu erweitern. Die Kunsttheorie ist eine Praxis des Denkens, des Schreibens, des Sprechens und des Streitens in der und über die Kunst – deren soziales Leben ihre Formen entscheidend bestimmt. Die Kunstvermittlung ist das praktische Umgehen mit diesen Auseinandersetzungsformen innerhalb wechselnder Öffentlichkeiten – Öffentlichkeiten die sich nicht zuletzt jenseits der gesellschaftlichen Sphären der Gegenwartskunst befinden.
 
Die Lehre der Kunsttheorie an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg setzt daher beim historischen und systematischen Verständnis grundlegender Begriffe und Kategorien der modernen Künste an, wie etwa der Autonomie, der Autor*innenschaft, der Kategorie des Kunstwerks und der Erschließung seiner ästhetischen Erfahrung. Gleichzeitig begreift sie sich als theoretische Bewegung entlang dessen was man als Entgrenzung der Künste bereits seit dem Beginn des 20.Jahrhunderts bezeichnen könnte. Diese Tendenzen sind nicht nur als Zersetzungsformen der Künste zu verstehen, sondern ebenso als deren erweitertes Verständnis: als ein Kunstverständnis, dass die Kolonialgeschichte der Kunst als zentrales Moment ihrer Herstellung als autonome, moderne Form begreift, und die hierin ästhetisch abgelagerten und bis heute stetig erneuerten Gewaltformen nicht zu veräußern versucht, sondern als ihr inhärent mitbearbeitet. Die Kunsttheorie ist daher an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg eine Art Orientierungsdisziplin, die Studierenden der Freien Künste in Malerei, Skulptur, Film, Fotografie, Design und Gold- und Silberschmiede, eben so offen steht wie denjenigen der Kunsterziehung, und die insbesondere das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis, Produktion und Rezeption, Geschichte und Gegenwart, Lokalität und Globalität thematisiert, und zwar sowohl in Bezug auf einzelne künstlerische Positionen als auch auf die medialen, kulturellen und politischen Bedingungen ihrer Vermittlung im Ausstellungswesen. Kunsttheorie und Kunstvermittlung sind eine gemeinsame gegenwärtige Praxis ,deren Maßstäbe historisch veränderlich sind – eine Praxis deren Maßstäbe wir selbst historisch verändern können.
 
Ein besonderes Augenmerk liegt in der Lehre der Kunsttheorie und -vermittlung an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg hierbei auf der Praxis des Schreibens: Das Schreiben eigener Texte gehört immer mehr zu den Anforderungen, denen junge Künstler*innen unterschiedlichster Bereiche heute entsprechen müssen. In variierenden Schreibübungen, etwa in Essayform, Erzählungen, theoretischen Abhandlungen, Aphorismen und Kritiken soll eine eigene Positionierung zur allgegenwärtigen Kunsttheorie der (Gegenwarts)Kunst im Medium Text gebildet und erweitert werden.

 

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